Sulz am Neckar ist einer dieser Orte im Schwarzwald-Vorland, die dich sofort mit einer ruhigen, authentischen Atmosphäre empfangen. Die Stadt liegt eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln, weiten Tälern und dem gemächlich fließenden Neckar – ein idealer Zwischenstopp, wenn du auf Reisen bist und einen Ort suchst, der Geschichte, Natur und kleine Überraschungen verbindet.
Beim Spaziergang durch die Altstadt entdeckst du historische Fachwerkhäuser, enge Gassen und Plätze, die noch den Charakter einer alten Salzstadt tragen. Der Marktplatz wirkt wie ein ruhiger Treffpunkt, an dem du kurz durchatmest, bevor du weiterziehst. Der Neckar selbst begleitet dich wie ein roter Faden – mit Uferwegen, kleinen Aussichtspunkten und Orten, an denen du die Stille der Landschaft spürst.
Auch rund um Sulz zeigen sich die Hügel und Wälder von ihrer besten Seite: Burgen, Ruinen und Aussichtspunkte liegen nur wenige Minuten entfernt und machen die Region zu einem idealen Gebiet für kurze Entdeckungstouren oder spontane Foto-Stops. Egal, ob du auf der Durchreise bist oder bewusst einen Abstecher hierher machst – Sulz am Neckar überrascht mit einer angenehmen Mischung aus Natur, Geschichte und einem Hauch Ruhe, die du unterwegs oft vermisst.
05.01.2025
























Anfang Januar bin ich spontan mit dem Deutschlandticket unterwegs gewesen – eine halbe Stunde mit dem IC von Rottweil nach Sulz am Neckar. Schon beim Aussteigen lag dieser typische Winterduft in der Luft: kalt, leicht feucht, mit einem Hauch von Schnee, der die Landschaft ruhig und gedämpft wirken lässt. Sulz empfing mich mit einer angenehmen Stille, die man selten in einer Stadt findet.
Teil 1 – Stadt, Marktplatz und der Fluss
Vom Bahnhof aus führte mich mein Weg zuerst in die kleine Innenstadt. Die Straßen waren noch leicht verschneit, und die Fachwerkhäuser wirkten unter dem grauen Winterhimmel fast wie gemalt. Am Marktplatz herrschte eine ruhige, entspannte Atmosphäre – ein paar Autos, vereinzelt Menschen, die ihren Alltag erledigten, und dazwischen diese charmanten Häuserzeilen, die der Stadt ihren Charakter geben.
Die Kirche ragte über die Dächer hinweg, und je näher ich kam, desto beeindruckender wirkte sie. Ihr Turm hob sich gegen die Wolken ab, während die Umgebung in weichen Wintertönen lag. Anschließend lief ich hinunter zum Neckar. Der Fluss floss ruhig dahin, begleitet von einem schmalen Weg am Ufer. Die Brücke wirkte im Winterlicht besonders stimmungsvoll – ein Mix aus kaltem Wasser, grauen Wolken und kleinen Farbtupfern aus den Häusern dahinter.
Teil 2 – Winterwanderung zum Aussichtspunkt
Nach der Stadt ging es weiter bergauf. Ein schmaler Weg führte mich durch verschneite Hänge und Wälder. Der Schnee knirschte unter den Schuhen, und überall lagen kleine Spuren – von Rehen, Hunden, Spaziergängern, die vor mir unterwegs gewesen waren. Unterwegs kam ich an alten Ruinenteilen vorbei, an verwitterten Mauern und einer Bank, die einsam im Winterwald stand. Mit jedem Meter wurde die Sicht weiter.
Oben angekommen öffnete sich ein beeindruckendes Panorama über Sulz. Der Nebel lag in dünnen Schichten über der Stadt, und zwischen den Hügeln stieg er langsam in die Höhe. Über mir färbte sich der Himmel in der beginnenden Blauen Stunde – ein Mix aus Silbergrau, sanftem Blau und den ersten Abendtönen.
Ich blieb einen Moment dort stehen, einfach nur schauend. Unten im Tal floss der Neckar wie ein stilles Band durch die Landschaft. Wind zog durchs Geäst, und für einen Augenblick wirkte alles vollkommen ruhig.
Der Rückweg führte mich wieder durch den Wald, entlang an kleinen Lichtungen und vorbei an einer Schwanen-Brutstätte am Wasser. Das Licht wurde schwächer, der Abend brach ein, und die letzten Meter ging ich fast im Dunkeln – begleitet vom Rauschen des Flusses und der Winterluft, die sich langsam senkte.
Zurück am Bahnhof wartete schon der Zug nach Rottweil. Wieder nur 30 Minuten – aber der Ausflug selbst fühlte sich viel größer an. Sulz am Neckar ist vielleicht klein, aber gerade im Winter hat es eine Tiefe, die du erst bemerkst, wenn du dort unterwegs bist: stille Gassen, weite Ausblicke und diese besondere Ruhe, die die Landschaft trägt.
Ein kurzer Wintertag, der mir länger in Erinnerung bleiben wird, als ich beim Losfahren gedacht hätte.
