Reims – die stille Königin der Champagne. Eine Stadt, in der Geschichte, Kultur und Genuss auf engstem Raum zusammenkommen. Wenn du durch die eleganten Boulevards läufst, merkst du schnell, warum Reims seit Jahrhunderten ein besonderer Ort ist: Hier wurden französische Könige gekrönt, gotische Meisterwerke erschaffen und einige der berühmtesten Champagnerhäuser der Welt gegründet.
Die Kathedrale Notre-Dame de Reims mit ihren filigranen Skulpturen und den farbintensiven Fenstern zieht dich sofort in ihren Bann. Nur wenige Schritte entfernt entdeckst du charmante Plätze, ruhige Parks und kleine Straßen voller Cafés, in denen die Zeit langsamer zu laufen scheint. Und natürlich gehört ein Besuch in einem der traditionellen Champagnerkeller dazu – tief unter der Stadt, in jahrhundertealten Kreidegrotten, reifen hier die weltweit gefeierten Tropfen.
Reims ist ein ideales Ziel, wenn du Kultur, Genuss und französisches Lebensgefühl miteinander verbinden möchtest. Egal, ob du nur auf der Durchreise bist oder der Stadt einen eigenen Tag widmest – Reims empfängt dich mit Eleganz, Geschichte und einem Hauch prickelnder Leichtigkeit.
05.03.2025










In der Nacht zuvor bin ich spät aus Paris angekommen. Die Straßen waren still, das Licht warm, und das kleine Airbnb irgendwo zwischen alten Mauern und neuen Fassaden fühlte sich sofort wie ein kurzer Zufluchtsort an. Der Morgen begann klar und kühl, die Luft typisch für den frühen März: frisch, aber voller Versprechen.
Ich stand früh auf, packte meine Sachen ein ein und machte mich auf den Weg ins Zentrum von Reims. Der erste Blick auf den Place Drouet-d’Erlon weckte sofort dieses vertraute Reisefieber – offene Plätze, die langsam zum Leben erwachen, Cafés, die noch halb verschlafen wirken, und das leise Rauschen eines Brunnens, der die Szenerie zusammenhält. Die Sonne stand schon tief genug, um warme Reflexe über das Kopfsteinpflaster zu schicken.
Ein paar Schritte weiter wechselte das Gefühl: Die Atmosphäre wurde weiter, klarer, monumentaler. Das mächtige Hôtel de Ville ragte über den Platz, und in der Ferne tauchten die Türme der Kathedrale auf – gigantisch, als wären sie nicht nur gebaut, sondern gewachsen. Je näher ich kam, desto eindrucksvoller wurde die kunstvolle Fassade, jede Statue und jede Linie ein Stück Geschichte, das sich über Jahrhunderte geformt hat.
Ich ließ mich treiben, lief durch Seitenstraßen, vorbei an Fassaden, die zwischen Eleganz und Alltag schwankten. An den römischen Ruinen blieb ich länger stehen. Der Himmel war strahlend blau, und das gebrochene Mauerwerk warf weiche Schatten auf den Boden. Ein Ort, der Stille atmet. Ein Ort, der zeigt, wie viel Zeit vergehen kann – und wie wenig sie am Ende wirklich zerstört.
Zum Abschluss zog es mich zum Fontaine Subé und weiter zur großen Reims-Schrift am Stadtrand. Ein perfekter Punkt, um den Tag in Gedanken zu verpacken, bevor der Weg nach Hause begann.
Am Nachmittag startete ich den langen Rückweg – einmal quer durch die französische Landschaft, vorbei an Feldern, kleinen Orten und endlosen Linien aus Licht und Schatten. Die Sonne sank langsam hinter die Hügel, der Himmel färbte sich erst gold, dann violett. Kilometer um Kilometer wurde die Nacht dichter, bis ich irgendwann endgültig in die Dunkelheit hineingefahren bin.
Spät in der Nacht erreichte ich Rottweil – müde, aber erfüllt von einem Tag, der mehr war als nur ein Zwischenstopp. Ein Tag voller Ruhe, Architektur, Geschichte und diesem Gefühl, unterwegs zu sein, ohne wirklich zu suchen – und trotzdem alles zu finden, was zählt.
